Der Countdown

Am 1. Dezember beginnt das wWarten auf Weihnachten. um die Tage zu zählen, helfen die Fenster des Adventskalenders. eine zusätzliche Idee, um Kunden im voraus anzulocken

Magische Zahl

Der Schlüssel zum Erfolg war schon immer eine Zahl: vierundzwanzig. Vierundzwanzig waren die Bilder, die im 19. Jahrhundert vor Weihnachten an den Wänden der protestantischen Häuser hingen; vierundzwanzig waren die Kreidestriche, die die Türen zierten und die die Kinder einen nach dem
anderen ausradieren mussten. Vierundzwanzig waren die Strohfäden, die in die Krippe gelegt wurden, und die Kerben, die an der Adventskerze jeden Abend angezündet wurden.

Alte Geschichte

Erst 1851 erschien der erste Adventskalender, und es sollte noch siebenundfünfzig Jahre dauern, bis 1908 eine gedruckte Version, entworfen von Gerhard Lang in München, erhältlich war. Die Tradition verbreitete sich bald in ganz Deutschland und dann in ganz Europa. In den 1920er Jahren kamen auch Kalender auf, die kleine Schokoladentafeln unter den Fenstern versteckten. Vorläufer derer, die heute ab November in allen Supermärkten zu finden sind.

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Fast schon eine Verpflichtung

Der Adventskalender gehört für viele Familien zu den obligatorischen vorweihnachtlichen Einkäufen. Ihn in der Bäckerei anzubieten, ist eine gute Möglichkeit, die Kunden schon ein wenig früher auf das weihnachtliche Angebot aufmerksam zu machen. Natürlich muss er sich von ähnlichen Angeboten im Großhandel abheben; am besten füllt man ihn mit kleinen handgemachten Süßigkeiten.

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Der Klassiker

Es beginnt mit der Wahl des Kalendertyps. Der klassischste ist aus Stoff gefertigt. Er hat die Form eines Tannenbaums, eines Sterns am Himmel oder eines Weihnachtsmanns und verfügt über vierundzwanzig nummerierte Taschen unterschiedlicher Größe, die mit einem farbigen Band, einem Knopf oder einem Klettverschluss geschlossen werden. Er ist leicht an den Ständen der Weihnachtsmärkte und auf Kunsthandwerkermärkten zu finden oder kann im Internet bestellt werden. Eine teurere, aber auch auffälligere Alternative ist der Holzkalender, ebenfalls thematisch gestaltet und mit kleinen ausziehbaren Schubladen zur Aufbewahrung von Überraschungen ausgestattet.

Was für eine Überraschung!

Der Inhalt der „Fenster“ ist natürlich der Clou. Er muss unbedingt selbst gemacht sein, dann kann man je nach Größe der Taschen/Schachteln die Fantasie spielen lassen. Klassisch sind die Pralinen in kleinen, weihnachtlich inspirierten Formen, jede mit einer anderen Geschmacksrichtung: Orange, Zimt, Ingwer… Aber auch gewürzte und verzierte Kekse, die sich mit duftenden Teebeuteln, gezuckerten Mandeln und
Gelees abwechseln, die mit verheißungsvollen Sprüchen versehen sind. Fantasie ist ein Muss.

KURIOSITÄT

Jedes Jahr am 30. November wird in der badischen Kleinstadt Gegenbach ein Fenster des Rathauses geöffnet, während die anderen geschlossen bleiben. Dies ist der erste Akt der Verwandlung des Gebäudes in einen gigantischen Adventskalender. Tag für Tag wiederholt sich das Spektakel, bis sich am 24. Dezember das 24. und letzte Fenster öffnet; alle bleiben bis zum 6. Januar geöffnet. Rund 100.000 Besucher kommen jedes Jahr, um zu bewundern, was sich dank der Intervention von Künstlern und Illustratoren in ein wahres Kunstwerk verwandelt.