Langsam, aber unaufhaltsam

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Auch wenn der Prozentsatz steigt, bleibt Bargeld nach wie vor das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel in Deutschland. Digitale Zahlungen werden jedoch immer beliebter, insbesondere bei jungen Leuten.

Wachstumszahlen

Laut einer Studie von Wordplay, dem weltweit führenden Anbieter für digitale Zahlungen, ist das Volumen der POS-Zahlungen von 1,2 Billionen Dollar im Jahr 2014 auf 14,2 Billionen Dollar im Jahr 2024 gestiegen. Für 2030 wird ein Anstieg des Volumens auf 25 Billionen Dollar prognostiziert. Einer der Protagonisten dieser Revolution ist das Smartphone, dessen Nutzung zugenommen hat, nachdem die Zweifel an seiner Sicherheit und technologischen Zuverlässigkeit ausgeräumt wurden. Tatsächlich sind die Online-Käufe von Produkten von 19% im Jahr 2014 auf 57% im Jahr 2024 gestiegen, während die Zahlungen per POS von 3% im Jahr 2023 auf 38% im Jahr 2024 gestiegen sind.

Im Durchschnitt

Deutschland ist ein Land, das zwischen Bargeld und digitalen Zahlungen gespalten ist. Eine Studie der Europäischen Zentralbank zeigt, dass 53% der Deutschen überwiegend Bargeld für Einkäufe verwenden, während 47% andere Zahlungsmethoden wie Debit- und Kreditkarten oder mobile Verfahren nutzen. Unter den EU-Staaten liegt Deutschland in der Mitte der Rangliste zwischen nordeuropäischen Ländern wie den Niederlanden, Finnland und Luxemburg, die überwiegend digitale Zahlungen bevorzugen, und Ländern wie Malta, Slowenien und Österreich, die hingegen überwiegend Bargeld verwenden.

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Nützliche Überlegungen

Die Verwendung von Bargeld in Deutschland hat verschiedene Gründe. Bargeld wird vor allem von älteren Menschen als bequem, praktisch, sicher vor Betrug und technologischen Problemen angesehen. Hinzu kommt der Datenschutz, d. h. die Bedenken, persönliche Daten an Banken und digitale Dienstleister weiterzugeben. Bargeld hat jedoch auch einige Nachteile. Man denke beispielsweise an kleine Geschäfte wie Eisdielen, Bars oder Bäckereien, die Opfer von Raubüberfällen werden können und jeden Abend die Tageseinnahmen zählen, zur Bank bringen, Kleingeld für die Rückgabe an Kunden besorgen und auch auf Hygiene achten müssen, da sie ständig Handschuhe an- und ausziehen müssen, um Lebensmittel und Bargeld anzufassen.

Nicht nur Vorteile

Digitale Zahlungen, die infolge der Covid-19-Pandemie erheblich zugenommen haben, bieten unbestreitbare Vorteile. Sie sind praktisch, schnell, bequem und technologisch immer weiterentwickelt, sodass sie nahezu vollständige Sicherheit garantieren. Vollständig, aber nicht ganz, da sie Opfer von Cyberangriffen oder Betrug werden können oder einfach nicht funktionieren, wenn es zu einem Stromausfall kommt. Ein weiteres Argument gegen sie betrifft die Verwendung amerikanischer digitaler Zahlungsmittel wie Visa, Mastercard, Google Pay, Apple Pay und PayPal, die sensible Daten über das Verhalten europäischer Verbraucher sammeln, die dann in den USA landen. Ein Monopol, das Europa nicht gefällt.

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Digitaler Euro

Um sich aus der Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu befreien, arbeitet die Europäische Zentralbank seit 2023 an der Einführung des digitalen Euro. Ziel ist es, Bargeld durch spezielle Apps, eine europäische Karte oder das Smartphone zu ersetzen. Durch die Abschaffung des Bargeldes würden keine Gebühren mehr an amerikanische Unternehmen für Finanzdienstleistungen gezahlt und die Daten der europäischen Bürger würden auf dem alten Kontinent bleiben.

Bevorstehende Änderung

In Deutschland ist es nicht ungewöhnlich, dass man in Cafés, Bars, Eisdielen und sogar Restaurants nur bar bezahlen kann, doch das wird sich bald ändern. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht mehr Freiheit für Verbraucher vor. Neben der Verwendung von Bargeld werden alle Gewerbebetriebe verpflichtet sein, ihren Kunden mindestens eine digitale Zahlungsmethode anzubieten. Dies wird die Verwaltung der Gewerbebetriebe vereinfachen, sie gegenüber dem Finanzamt transparenter machen und den Betreibern von Gewerbebetrieben mehr Sicherheit geben.

ERWARTUNGEN DER KUNDEN

Aus den Daten, die 2024 vom Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag von Mastercard anhand einer repräsentativen Stichprobe von 1004 Personen erhoben wurden, geht hervor, dass 88% der Befragten erwarten, dass sie in einem Geschäft mit einem digitalen Zahlungsmittel bezahlen können, und dass 40% nichts kaufen, wenn das Geschäft nur Bargeld akzeptiert. 69% der Befragten haben in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal mit einem digitalen Zahlungsmittel bezahlt (+ 6% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2023). Von diesem Prozentsatz haben 69% eine physische Karte verwendet, 29% ihr Smartphone und 2% eine Smartwatch oder einen Bezahlungsring. In der Altersgruppe zwischen 18 und 39 Jahren haben 36% der Befragten mindestens einmal pro Tag eine Zahlung mit digitalen Zahlungsmitteln getätigt. Die Mehrheit der Befragten bezeichnet digitale Zahlungen als schnell (56%) und einfach (50%).