PuntoDe_nr39 Mai.Juni 2024

aktuelles Abgeschaffte Phrasen Der EU-Vorschlag sieht vor, dass jede Art von „grüner“ Erklärung einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vorgelegt werden muss, die ihren Wahrheitsgehalt bescheinigt. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments waren sich bei der Ausarbeitung des Vorschlags einig, dass Aussagen (auch in grafischer, bildlicher oder symbolischer Form), die keinen wissenschaftlichen Wert haben, wie z. B. „ökologisch“, „natürlich“, „klimaneutral“, „öko“, verboten werden sollten. ÜBER GREENWASHING Der Begriff „Greenwashing“ wurde 1986 von dem Umweltschützer Jay Westerveld geprägt, der sich in einem Aufsatz von der Praxis des „Handtuchsparens“ in Hotels inspirieren ließ. Viele Hotels ermutigen ihre Gäste, Handtücher so oft wie möglich wiederzuverwenden, um den Verbrauch von Wasser und Waschmittel zu reduzieren, was der Umwelt zugutekommt. Der eigentliche Vorteil, so der Ökologe, liege für das Hotel in den geringeren Kosten für die Wäscherei. Gemeinsame Normen Die europäischen Verbraucher sind bereit, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen, um einen Beitrag zur Verringerung ihrer Umweltbelastung zu leisten. Deshalb sind Slogans, mit denen auf nachhaltige (oder vermeintlich naturfreundliche) Produkte aufmerksam gemacht werden soll, zu einem strategischen Marketingelement geworden, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Eine vor Jahren von der Europäischen Kommission durchgeführte Studie ergab, dass 53,3% der untersuchten Umweltslogans vage, irreführend oder unbegründet waren. Das Fehlen gemeinsamer Standards für Unternehmen, die umweltfreundliche Behauptungen aufstellen, führt zu „Greenwashing“, d. h. zur Verwendung umweltfreundlicher Werbung ohne entsprechende Belege. Tugendhafte Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, werden davon benachteiligt. 43 Freepik Freepik BIOPRODUKTE SIND VON DER RICHTLINIE AUSGENOMMEN, DA SIE BEREITS DURCH ANDERE VERORDNUNGEN GEREGELT SIND

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