Vegetarische Inspiration

Die flexitarische Ernährung ist der neueste Ernährungstrend in Deutschland. Die Anhänger dieser Philosophie ernähren sich hauptsächlich vegetarisch, verzichten aber gelegentlich nicht auf Fleisch

Größere Auswahl

Neben den Vegetariern und Veganern in Deutschland sind die Flexitarier (flexible Vegetarier) der neueste Ernährungstrend. Der Name leitet sich aus der Kombination von flexibel und vegetarisch ab. Wie das Wort schon sagt, handelt es sich dabei um die zahlreicher werdenden Menschen, die alle Lebensmittel essen, ohne eines auszuschließen, aber darauf achten, so wenig Fleisch und Fisch wie möglich zu essen und stattdessen Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst bevorzugen.

Raum für Zahlen

Laut Daten, die das Forschungsinstitut Forsa im Jahr 2022 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bei einer repräsentativen Stichprobe von 1001 deutschen Bürgern ab 14 Jahren erhoben hat, wurden 1,58 Millionen Veganer (etwa 2% der Bevölkerung), 7,9 Millionen Vegetarier (10% der Bevölkerung) und 14,4 Millionen Flexitarier (18% der Bevölkerung) gefunden. Deutschland ist das erste Land der Welt, das vegane Produkte auf den Markt gebracht hat, die jährlich einen Wert von mehr als 1,2 Milliarden Euro haben und seit einiger Zeit stetig wachsen.

gjif9un3ht on Pixabay

Sinkender Verbrauch

Der unaufhaltsame Trend zum Veganismus und Vegetarismus wird auch durch die wachsende Zahl der veganen Restaurants und den stetigen Rückgang des Fleischkonsums bestätigt. Berlin ist nach London und New York die drittgrößte Stadt der Welt, was die Anzahl der veganen Restaurants angeht, und nach den neuesten Zahlen für 2019 gab es in der deutschen Hauptstadt 85 vegane Restaurants, 117 vegetarische Restaurants und mehr als 400 Einrichtungen, die vegane Gerichte anbieten. Was den Fleischkonsum betrifft, so kam 2019 der Wendepunkt, als der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch zum ersten Mal unter die Schwelle von 60 kg fiel und 2021 bei 55 kg pro Kopf lag.

Starke Botschaft

Die Entscheidung, Flexitarier zu werden, wird durch drei Faktoren begründet. Für 60% der Befragten ist der Umweltschutz ein sehr guter Grund. Es ist nämlich allgemein bekannt, dass die intensive Tierhaltung zu einem Anstieg der CO2-Emissionen führt. Ebenfalls 60% der Befragten setzen sich für das Wohlergehen der Tiere ein, da schätzungsweise 97% der Tiere in industriellen Betrieben leben, in denen die Behandlung oft Leiden und Stress für die Tiere verursacht.

Rohtopia on Pixabay
Kerdkanno on Pixabay

Produkte aus der Gegend

Für 50% der Befragten hat ein weiterer Grund mit der menschlichen Gesundheit zu tun. Der übermäßige Verzehr von Fleisch, insbesondere von rotem Fleisch, kann bekanntermaßen schwere Krankheiten verursachen. Daher entscheiden sich Flexitarier, ohne Fleisch vom Tisch streichen zu wollen, für einen moderaten und bewussteren Konsum (ein- bis zweimal pro Woche); sie wählen Bio-Fleisch, vorzugsweise weißes und aus möglichst kleinen Betrieben, um lange Transporte zu vermeiden und so der Umwelt und den Tieren weniger Schaden zuzufügen. 

Wer sind sie?

Wie bei den Veganern und Vegetariern sind die meisten Flexitarier junge Frauen, die eine höhere Ausbildung haben und in Großstädten leben. Eine sehr interessante Tatsache ist die kulturelle Seite. In einem Land wie Deutschland mit seiner tief verwurzelten und uralten kulinarischen Tradition, in der „echte Männer“ Bier trinken und Fleisch essen, stößt die Entscheidung, den Fleischkonsum zu reduzieren oder gar darauf zu verzichten, immer noch auf starken Widerstand. Die Dinge ändern sich jedoch dank der neuen Generationen, die ein neues Kultur-, Umwelt- und Tierschutzbewusstsein haben, das sie zu einem bewussteren Fleischkonsum drängt.

Pexels on Pixabay

Ausweitung des Angebots

Auch in der Eisdiele entwickelt sich das Angebot weiter. Neben Sorbets und Frucht-Gelato, Stieleis und Granitas, die ohne Milch hergestellt werden, gibt es spezielle Creme-Gelato-Linien in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die mit verschiedenen Arten von Pflanzenmilch zubereitet werden. Sie werden oft in speziellen Vitrinen oder in Brunnentheken ausgestellt, um ihre besondere Identität hervorzuheben und eine mögliche Verunreinigung mit den anderen ausgestellten traditionellen Geschmacksrichtungen auszuschließen.